Loading...

Musik unter der Lupe Teil 9: Zwei Spielerinnen und vier Instrumente erklingen gleichzeitig?!? Mater real von Albrecht Maurer
Alle Einträge

27.März 2018   Kammermusikzentrum NRW

Die beiden Blockflötistinnen des Duos Flüt à dö, Janna Maria Schneider und Sonja Fricke, stellen heute das Stück "Mater real" von Albrecht Maurer vor, das sie im vergangenen Jahr unter anderem beim Kammermusikförderpreis NRW beschäftigt hat.

„Mater Real“ von Albrecht Maurer ist ein Stück der modernen Blockflötenmusik, das uns - das Blockflötenduo Flüt à dö - das gesamte Jahr 2017 über begleitet hat. Es hat, egal ob im Kammermusiksaal des Beethovenhauses Bonn, in der Tonhalle Düsseldorf oder auf Schloss Nordkirchen für verschiedenste Reaktionen im Publikum gesorgt.

Das Besondere an dem Stück beginnt schon, bevor man überhaupt angefangen hat, es zu spielen: Zunächst müssen die acht Seiten Noten, die sowohl neben- als auch übereinander geklebt werden, auf der Bühne auf insgesamt fünf (!) Notenständern drapiert werden. Außerdem sind ebenso viele verschiedene Blockflöten vorgeschrieben, von denen die zwei Spielerinnen manchmal vier gleichzeitig einsetzen. 

Eigentlich beginnt es recht harmlos mit einem unscheinbaren, mittelalterlichen Stück: „In veritate“ aus dem Codex Las Huelgas aus dem 13. Jahrhundert. Danach setzt die erste Stimme über die Begleitstimme mit zwei Flöten gleichzeitig ein. 

„Dabei beginnt das eigentlich Lustige“, sagt Janna Maria Schneider (16). „Die meisten haben sowas ja noch nie gesehen, deswegen gibt es immer welche, die entweder ihr Gesicht in den Händen vergraben oder anfangen zu lachen.“ „Wenn man nicht aufpasst, passiert es auch gerne mal, dass man die zweite Flöte falsch herum in die Hand nimmt, während man die erste noch spielt, und dann seinen Einsatz verpasst“, erzählt Sonja Fricke (16).

Das restliche Stück ist das absolute Gegenstück zum mittelalterlichen Teil: gegeneinanderlaufende Rhythmen, komplexe (bis absurde) Zusammenklänge und minimalistische Passagen fordern das Zusammenspiel. Dabei entfernt es sich immer weiter von dem zugrundeliegenden mittelalterlichen Anfang, bis es schließlich in einem vierstimmigen Fortissimo kulminiert. 

„Der große Vorteil an den minimalistischen Passagen ist, dass man im Konzert nie genau das spielen muss, was da steht, weil es ja keiner merkt ...“, verraten die beiden. „Aber nicht weitersagen!“

Janna Maria Schneider, Sonja Fricke